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Klaus Born Dokumentationen

Zweiter Teil

Der Rotwald

Seit wir davon gehört hatten, dass es in den Alpen noch richtige Urwälder gibt, ließ uns der Wunsch nicht mehr los, sie zu sehen! Fast am ,,Ende der Welt’’, im Grenzland zwischen Niederösterreich und der Steiermark, liegt Rothwald. Der Dorfmeiler ist zum Schutz vor wilden Tieren mit hohen Zäunen umgeben. Ganze sechs Menschen leben hier noch. Einer von ihnen ist der Förster vom Rotwald, der uns ein Stück Weges begleiten wird, ein unglaublich faszinierender Weg in unsere Urnatur.
Die Urwälder des Rotwaldes, die sich nördlich des Meilers erstrecken, haben einen ganz anderen Charakter als die Urwälder der Tropen. Es sind die Überreste unserer Urnatur - ein landschaftlicher Dinosaurier aus der Zeit der grossen Wälder.
Inmitten von Nutzwäldern treffen wir auf kleine ökologische Inseln unaufgeräumter Urwaldbestände, deren genaue Lage von Wissenschaftlern geheim gehalten wird. Es handelt sich um die grössten Urwälder Mitteleuropas, die man auch als den ,,Letzten Wald’’ bezeichnet. Viele würden dieses Relikt gern einmal durchwandern, doch der ,,Letzte Wald’’ verträgt keinen Besuch.

Im Jahr 1970 wurde in der so genannten ,,Gotschee’’, südlich von Laibach, ein männlicher Braunbär geboren. Im Jahr 1972 wechselte dieser Braunbär über alte Fernwechsel in das Grenzland zwischen Steiermark und Niederösterreich - gerade jene Gegend, in der im Jahr 1842 der letzte Braunbär Österreichs sein Leben ließ. Der Abschuss erfolgte damals, am 29. Juni 1842, durch den Holzknecht Maximilian Reiter.
Das Bergland zwischen Ötscher, Dürrenstein und Kräuterin mit seinen tiefen Gräben, Wildbächen und karstigen Höhlen, umgeben von weitflächigen Waldungen war wohl seit jeher die Urheimat der Bären gewesen.
Der eingewanderte Bär, heute als Altbär definiert, wurde als ,,Ötscherbär’’ bekannt.